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Hier finden sie ein kleines Lexikon der wichtigsten Begriffe der ERP-Branchen. Das Lexikon wurde unter Zuhilfenahme der Wikipedia erstellt.

Abschreibungen, AfA (Absetzung für Abnutzung)

Wertminderungen, die durch laufende Nutzung und Alterung eines Vermögensgegenstandes oder außerplanmäßiger Vorfälle eintreten. AfA-Tabellen der Finanzbehörde legen Nutzungsdauer für Vermögensgegenstände fest. Man unterscheidet lineare, degressive und leistungsbezogene Abschreibungen. Abschreibungen mindern den Gewinn.

Als Abschreibungen, steuerrechtlich „Absetzung für Abnutzung“ (AfA), werden regelmäßige Wertminderungen bezeichnet, die durch die laufende Nutzung und Alterung eines Vermögensgegenstandes sowie durch außerplanmäßige (unregelmäßige) Vorfälle eintreten.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfassten Abschreibungen können sowohl handels- als auch steuerrechtlich als periodengerechte Verteilung von Anschaffungs- und Herstellungskosten auf die Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände betrachtet werden. Die Finanzbehörde gibt so genannte AfA-Tabellen heraus, in denen die Nutzungsdauer der unterschiedlichen Vermögensgegenstände festgelegt ist. Der Unternehmer darf aber von den AfA-Tabellen abweichen.

Bei den Abschreibungsmethoden lassen sich die lineare, degressive und die leistungsbezogene Abschreibung unterscheiden.

Beim linearen Verfahren wird die Höhe der planmäßigen Abschreibungsraten ermittelt, indem die Anzahl der erwarteten Nutzungsjahre (-monate) durch die Anschaffungs- oder Herstellungskosten geteilt wird. Der so ermittelte Abschreibungsbetrag wird dann regelmäßig (planmäßig) als Aufwand in der GuV erfasst und der Buchwert des Vermögensgegenstandes in der Bilanz um diesen Betrag vermindert. In der folgenden Periode wird der gleiche Betrag vom Restbuchwert abgezogen. Wenn der Restbuchwert 0,- € oder 1,- € beträgt, wird nicht mehr weiter abgeschrieben.

Beim degressiven Verfahren wird der Abschreibungsbetrag ermittelt, indem ein bestimmter Prozentsatz festgelegt wird. Dieser wird meist so gewählt, dass der Abschreibungsbetrag über dem der linearen Abschreibung liegt. Dieser Prozentsatz wird im ersten Jahr mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten multipliziert. In den folgenden Jahren wird der gleiche Prozentsatz jeweils auf den Restbuchwert angewendet. So sinken beim degressiven Verfahren die Abschreibungsbeträge im Zeitablauf. Um den Restbuchwert von 0,- oder 1,- € zu erreichen, muss auf das lineare Verfahren gewechselt werden. Der einmalige Wechsel vom degressiven zum linearen Verfahren ist erlaubt.

Bei der leistungsbezogenen Abschreibung wird beispielsweise anhand von Betriebsstundenzählern und möglichen Gesamtbetriebsstunden die im Abschreibungszeitraum „verbrauchte“ Leistung abgeschrieben. Kann eine Baumaschine normalerweise (betriebsgewöhnlich) 20.000 Stunden genutzt werden und zeigt der Betriebsstundenzähler 2.500 Stunden Nutzung, so wird im entsprechenden Berichtszeitraum ein Achtel (2.500/20.000) der Anschaffungskosten abgeschrieben. Wenn der Betriebsstundenzähler 20.000 Stunden zeigt, beträgt der Restbuchwert 0,- €. Es finden keine weiteren Abschreibungen mehr statt.

Die Wahl der Abschreibungsmethode und die Schätzung der Höhe eventuell nötiger außerplanmäßiger (nicht geplanter) Wertminderungen (z.B. Unfälle, Zerstörung) ermöglichen einen Bewertungsspielraum, der zur Gewinngestaltung genutzt werden kann.

Anlagenbuchhaltung 

Die Anlagenbuchhaltung (AnBu) ist ein Teilbereich der Finanzbuchhaltung und der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR). Hier werden die langlebigen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (gem. § 247 HGB) eines Unternehmens erfasst und verwaltet. Aufgabe der Anlagenbuchhaltung ist die Bewertung und Buchung von Zu- und Abgängen des Anlagevermögens und die Ermittlung und Buchung der Abschreibung.

Anschaffungskosten

Aufwendungen zur Anschaffung eines Vermögensgegenstandes. Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Dabei sind Nebenkosten (z.B. Transport, Umbaumaßnahmen) hinzuzurechnen und Anschaffungskostenminderungen (z.B. Rabatt, Skonto, Mängelrügen) abzuziehen. Bei Anschaffungskosten wurde der Vermögensgegenstand von anderen erworben (Fremdbezug). Der Begriff ist in Abgrenzung zum Begriff Herstellungskosten (Eigenherstellung eines Vermögensgegenstandes) zu sehen.

Balanced Scorecard

Managementkonzept zur Erfolgssteuerung und -messung. Bei der Balance Scorecard handelt es sich um ein Managementkonzept, dass ausgehend von einer Unternehmensvision und einer darauf abgestimmten Strategie, mittels (meist) vier definierter Perspektiven eine verdichtete Darstellung von Zielen, Kennziffern und Maßnahmen vornimmt. Das von den Ökonomen Kaplan und Norton entwickelte Konzept sieht die bisherige Beschränkung auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen zur Steuerung und Erfolgsmessung als zu einseitig an. Neben einer finanzwirtschaftlichen Perspektive (klassische Größen wie Umsatz, Gewinn, Eigenkapitalrendite usw.) werden in ihrem Ansatz damit zusammenhängende Perspektiven wie Kunden, Prozesse und Mitarbeiter beschrieben. Es werden Zusammenhänge zwischen den vier Perspektiven herausgestellt und mit Zielen und Kennzahlen beschrieben. Zur Erreichung der jeweiligen Ziele werden dann in der jeweiligen Perspektive bestimmte Maßnahmen (-bündel) beschrieben, deren Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Der Ansatz verspricht eine bessere Umsetzung der Strategie in die betriebliche Praxis.

Basel II

Neuregelung der Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute. Mit Basel II wird die (europaweite) Neuregelung der Eigenkapitalvorschriften für Kreditinstitute bezeichnet. Mussten Banken bislang pauschal 8 % ihres Kreditvolumens an Unternehmen mit Eigenkapital unterlegen, so werden die Eigenkapitalanforderungen künftig in Abhängigkeit der Bonität des Schuldners zwischen 1,6 % und 12 % schwanken. Die bankenrechtliche Vorschrift sieht auch genaue Vorschriften zur Ermittlung der jeweiligen Bonität vor. Für Unternehmen folgt daraus, dass die Kreditvergabe stärker an die individuelle Bonität der Schuldner geknüpft wird. Das führt bei Unternehmen guter Bonität zu günstigeren Krediten und bei Unternehmen geringer Bonität zu schlechteren Konditionen.

Benchmarking

Ständiger Vergleich der Produkte, Dienstleistungen, Prozesse oder Finanzkennzahlen eines Unternehmens mit Anderen. Dieser Begriff umfasst den kontinuierlichen Vergleich von Produkten, Prozessen oder (Geschäfts-) Methoden des eigenen Unternehmens mit denen anderer Betriebe oder Unternehmen. Ziel dieses Managementinstrumentes ist es, die Effizienz der untersuchten Bereiche (auch über Branchengrenzen hinweg) zu verbessern, um die eigenen Leistungen zu verbessern und an die „Besten“ anzunähern. Voraussetzung (und größte Schwierigkeit) für die Anwendung sind unter anderem die Auswahl eines geeigneten Benchmarking Partners, die Auswahl vergleichbarer Messgrößen und -verfahren.

Betriebsabrechnungsbogen, BAB

Hilfsinstrument aus der Kostenrechnung zur Umlage der Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenträger. Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist ein organisatorisches Instrument der Kostenrechnung, und steht im Zentrum der Kostenstellenrechnung. Er wird benötigt, um die Gemeinkosten eines Unternehmens den einzelnen Kostenstellen verursachungsgerecht zuzuordnen. Gemeinkosten sind solche Kosten, die einem Produkt bzw. einer Dienstleistung nicht direkt zugerechnet werden können. Im BAB werden die Gemeinkosten zunächst mit auf Hilfs- und Hauptkostenstellen verteilt. Die Hauptkostenstellen (z. Bsp. Fertigungsbereiche) nehmen von den Hilfskostenstellen (z. Bsp. Instandhaltung) Leistungen in Anspruch und werden dafür mit anteiligen Gemeinkosten der Hilfskostenstellen belastet. Die Hauptkostenstellen geben ihre Leistungen ihrerseits an die Kostenträger ab. Im Falle der Instandhaltungskosten erfolgt die Verteilung z. B. über die Zahl der Reparatur- und Wartungsstunden, die die betrieblichen Einheiten jeweils in Anspruch genommen haben, beim Betriebsrat über die Zahl der Beschäftigten in den Kostenstellen.

Die Gemeinkosten je Hauptkostenstelle im Verhältnis zu den Einzelkosten, die auf diese Kostenstelle entfallen, bilden den so genannten Gemeinkostenzuschlagsatz. Ziel ist die Ermittlung derjenigen Stunden- bzw. Zuschlagssätze, bei denen sämtliche Kosten des Unternehmens gedeckt sind.

Bilanz

Die Bilanz (ital. bilancia, Waage) ist eine Aufstellung von Herkunft und Verwendung des Kapitals eines Wirtschaftssubjekts – nachfolgend zumeist anhand eines Unternehmens erläutert. Die Bilanz ist eine kurzgefasste Gegenüberstellung von Vermögen (Aktiva) und Schulden (Passiva) in Kontenform.

Bonität

Fähigkeit des Schuldners, seinen Verpflichtungen nach zu kommen. Unter Bonität wird die Fähigkeit eines Schuldners verstanden, seine Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht erfüllen zu können und zu wollen. Als Bonitätsrisiko bezeichnet man die Möglichkeit, dass ein Kreditnehmer, seinen künftigen Zahlungsverpflichtungen (Zinsen und Tilgung) nicht nachkommen will oder nicht nachkommen kann. Je schlechter die Bonität eines Schuldners, je höher das Kreditausfallrisiko, desto größer wird die „Risikozulage“, die der Gläubiger in seine Zinsforderung einkalkuliert. Die Beurteilung der Bonität kann auf zwei Wegen geschehen:

1. Seit mehreren Jahren gewinnt die externe Bonitätsbeurteilung durch Rating-Agenturen insbesondere bei großen und internationalen Unternehmen an Bedeutung. Sie ist wichtig für Unternehmen, die sich am Kapitalmarkt finanzielle Mittel beschaffen sollen. Die weltweit bekanntesten Rating-Agenturen sind Moody´s, Standard & Poor´s und Fitch. Das Ergebnis eines Ratings wird in einer Rating–Note ausgedrückt, z. B. AAA für sehr gute und D für ungenügende Bonität.

2. Nach dem Europäischen Abkommen Basel II ist von Kreditinstituten eine interne Bonitätseinstufung bei der Kreditvergabe durchzuführen.

Break-Even

Im Rahmen einer Break-Even-Analyse wird versucht, den Kostendeckungspunkt oder die Gewinnschwelle zu ermitteln. Dabei wird dasjenige Absatz–, bzw. Umsatzvolumen oder die Ausbringungsmenge ermittelt, bei dessen Unterschreitung das Unternehmen Verluste, bzw. bei dessen Überschreitung es Gewinne erzielt. Als theoretisches Konzept ist die Break-Even-Analyse geeignet, um die Kosten- und Erlösstrukturen, produktionsabhängige Verlustrisiken und produktionsabhängige Gewinnchancen transparent zu machen.

 In der Praxis stößt die Umsetzung dagegen auf einige Schwierigkeiten.

Business Intelligence (BI)

Der Begriff Business Intelligence (engl. etwa Geschäftsanalytik Abk. BI) wurde Anfang bis Mitte der 1990er Jahre populär und bezeichnet Verfahren und Prozesse zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Daten in elektronischer Form. Ziel ist die Gewinnung von Erkenntnissen, die in Hinsicht auf die Unternehmensziele bessere operative oder strategische Entscheidungen ermöglichen. Dies geschieht mit Hilfe analytischer Konzepte und IT-Systeme, die Daten über das eigene Unternehmen, die Mitbewerber oder Marktentwicklung im Hinblick auf den gewünschten Erkenntnisgewinn auswerten. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können Unternehmen ihre Geschäftsabläufe, Kunden- und Lieferantenbeziehungen profitabler machen, Kosten senken, Risiken minimieren und die Wertschöpfung vergrößern. Der Begriff wird dem Fachgebiet der Wirtschaftsinformatik zugerechnet.

Business-Plan

Unternehmerisches Konzept inklusive Prognosen für Umsatz, Rendite- und Gewinnerwartungen. Ein Business-Plan, auch Geschäftsplan oder Unternehmenskonzept genannt, ist eine umfangreiche schriftliche Unternehmensdarstellung, angereichert mit den Planzahlen für die nächsten 3-5 Jahre nach Erstellung. Er enthält die Gesamtstrategie des Unternehmens inklusive langfristiger Zielformulierungen, die geplanten Schritte zur Realisierung und die Aufstellung der erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen. Chancen und Risiken dürfen ebenso wenig in der umfangreichen Aufstellung fehlen wie Marketingstrategien, Marktpotenzial und Konkurrentenanalysen. Der Business-Plan gilt damit als eine nicht unwesentliche Voraussetzung für den Erfolg einer Existenzgründung.

Controlling

Zusammenschluss aller Instrumente zur Steuerung, Planung und Kontrolle der Aktivitäten im Unternehmen. Kernaufgaben des Controllings sind die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle des Leistungsprozesses im Unternehmen. Im Controllingsystem werden Informationen aus unterschiedlichen Bereichen (z. B. Produktion, Investition und Finanzierung) zusammengefasst und ausgewertet. Nach dem Zeithorizont unterscheidet man zwischen strategischem (langfristigem) und operativem (kurzfristigem) Controlling. Das strategische Controlling steuert Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Beim operativen Controlling steht die Umsetzung der Strategie in Jahresplanungen, die Kontrolle von Zielabweichungen und die Initiierung von Maßnahmen im Mittelpunkt. Einen Großteil seiner Informationen erhält das Controlling aus der Kosten- und Leistungsrechnung

Customer Relationship

Management (CRM)  Customer Relationship Management, kurz CRM (dt. Kundenbeziehungsmanagement) oder Kundenpflege, bezeichnet die konsequente Ausrichtung einer Unternehmung auf seine Kunden und die systematische Gestaltung der Kundenbeziehungs-Prozesse. Die dazu gehörende Dokumentation und Verwaltung von Kundenbeziehungen ist ein wichtiger Baustein und ermöglicht ein vertieftes Beziehungsmarketing. In vielen Branchen (z. B. Telekommunikation, Versandhandel) sind Beziehungen zwischen Unternehmen und Kunden langfristig ausgerichtet. Mittels CRM werden diese Kundenbeziehungen gepflegt, was sich maßgeblich auf den Unternehmenserfolg auswirken kann.

Debitorenbuchhaltung

Die Debitorenbuchhaltung (Debitor=Kunde, Schuldner) beschäftigt sich mit der Erfassung und Verwaltung der offenen Forderungen einer Organisation. Der hierzu übergeordnete Führungsbereich wird auch als Forderungsmanagement bezeichnet. Zusätzlich zur reinen Erfassung der Tatbestände liefert die Debitorenbuchhaltung wesentliche Informationen zur Verbesserung der finanziellen Lage einer Organisation. So werden regelmäßig Außenstände ab einer bestimmten Laufzeit (z. B. > 40 Tage) erfasst, um diese Information für das betriebliche Mahnwesen bereitzustellen und eine Einschätzung des finanziellen Risikos vornehmen zu können.

Deckungsbeitrag / Deckungsbeitragsrechnung

Auch "Bruttogewinn", ist die Differenz zwischen erzielten Erlösen und den variablen Kosten. Stellt fest, in welchem Umfang ein Produkt zur Deckung der fixen Kosten, also zum Betriebserfolg beiträgt.

Der Deckungsbeitrag (DB) bezeichnet den Teil der Verkaufserlöse, der nach Abzug der variablen Kosten zur Erstellung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung verbleibt und somit zur Deckung der – unabhängig von der Produktionsmenge anfallenden – Fixkosten verwendet werden kann. Solange ein Produkt oder eine Abteilung einen positiven Deckungsbeitrag erzielt, ist es unwirtschaftlich, dieses Erzeugnis aus der Produktion herauszunehmen! Bei einem Deckungsbeitrag von 0 entspricht der Umsatz exakt den mit der Produktion unmittelbar zusammenhängenden variablen Kosten.

Die Deckungsbeitragsrechnung bildet eine Grundlage für Erfolgsanalysen, die kurzfristige Entscheidungen im Absatz- und Fertigungsbereich ermöglichen. In der Regel werden DB stufenweise ermittelt:

  • DB I: Umsatz minus Materialkosten;
  • DB II: DB I minus Fertigungspersonalaufwand;
  • DB III: DB II minus Forschungs- und Entwicklungsaufwand. 

Die Definition der jeweiligen Deckungsbeiträge ist, wie bei allen Verfahren der Kosten- und Leistungsrechnung, unternehmensabhängig. Bei der Deckungsbeitragsrechnung handelt es sich um ein durch die Einbeziehung von Erlösen zur Erfolgsrechnung ausgebautes Teilkostenrechnungssystem, in dem im Gegensatz zu Systemen der Vollkostenrechnung nur ein Teil der Gesamtkosten auf die Kostenträger weiterverrechnet wird.

Die Vielzahl von Deckungsbeitragsrechnungen in der Praxis mit unterschiedlichen Bezeichnungen lassen sich auf zwei Grundtypen zurückführen. Erstens die auf der Trennung von fixen und variablen Kosten beruhenden Erfolgsrechnungen (z.B. Direct Costing, Fixkostendeckungsrechnung) und zweitens die auf einer Trennung zwischen relativen Einzelkosten und relativen Erlösen basierende umfassende relative Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung. 

Dokumentenmanagement

(DMS) Dokumentenmanagement dient der datenbankgestützten Verwaltung elektronischer Dokumente. Man versteht darunter in Deutschland die Verwaltung ursprünglich meist papiergebundener Dokumente in elektronischen Systemen. Bei der Verwaltung von Papierdokumenten spricht man dagegen von Schriftgutverwaltung. Zur besseren Unterscheidung wird häufig auch der Begriff EDM Elektronisches Dokumentenmanagement (Electronic Document Management) verwendet. Die Abkürzung DMS steht für Dokumenten-Management-System und wird in einem erweiterten Sinn als Branchenbezeichnung verwendet. 

EBIT, EBIT - Marge

Finanzwirtschaftliche Kennzahl, die ein um steuer- und finanzierungsbedingte sowie außerordentliche Einflüsse bereinigtes operatives Ergebnis liefern soll.Abkürzung für „Earnings before Interest and Taxes” (Ergebnis vor Abzug von Zinsen und Steuern). Es werden meist außerordentliche (einmalige) Aufwendungen ebenso ignoriert wie Zinsen, sonstige Finanzierungsaufwendungen oder -erträge und Steuern, weil alle diese Positionen nicht durch die eigentliche betriebliche Tätigkeit entstanden sind. Man spricht hier auch von einer Bereinigung des Gewinns. In der Praxis bedeutet dies meist:

Jahresüberschuss
+/-Steuern
+/-außerordentliches Ergebnis
+/-Finanzergebnis
= EBIT

Wie bei allen Kennzahlen gibt es keine gesetzliche Definition, d.h. das Unternehmen ist frei in der eigenen Bereinigung seines EBIT.
Die EBIT-Marge ist das Verhältnis von EBIT zu Umsatz. Ähnlich wie die Umsatzrendite sagt die EBIT-Marge etwas über die Rentabilität eines Unternehmens aus, ist aber wie das EBIT unabhängig von Finanzergebnis, außerordentlichen Positionen und Steuern. Sie dient häufig als Grundlage für Rentabilitätsziele.

Enterprise Resource Planning

(ERP) Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

ERP-Systeme

Ein ERP-System ist eine komplexe Anwendungssoftware zur Unterstützung der Ressourcenplanung eines gesamten Unternehmens.

Ertragswertverfahren

Verfahren zur Ermittlung des Kaufpreises einer Immobilie oder Unternehmens, Abzinsung der zukünftigen Erträge oder Cash Flows auf den heutigen Tag.
Betriebswirtschaftliches Verfahren zur Unternehmensbewertung, das sich an den zukünftigen Erfolgen des Unternehmens orientiert. Der Wert eines Unternehmens, Teilbetriebes oder einer Beteiligung wird als Summe aller zukünftigen abgezinsten Cash Flow berechnet. Die Unterschiede der einzelnen Verfahren liegen insbesondere in der Definition des Cash Flow und der Berücksichtigung von Risikofaktoren.

Bei der Kaufpreisermittlung von Immobilien zur Kapitalanlage wird häufig auf das Ertragswertverfahren zurückgegriffen. Die Mieteinnahmen der kommenden 20 Jahre werden mit den geschätzten Renovierungs- und Instandhaltungskosten verrechnet und auf den heutigen Tag abgezinst. Der sich so ergebende Barwert stellt die Basis für die Kaufpreisermittlung dar.

Fakturierung

Als Fakturierung (von lateinisch-spanisch factura für Rechnung) wird ein Vorgang im Rechnungswesen bezeichnet, bei dem einem Kunden eine Rechnung über erfolgte (in seltenen Fällen auch erst vorgesehene) Lieferungen und/oder Leistungen erstellt wird. Bei der Fakturierung erfolgt auch eine Buchung des Geschäftsfalls auf passende Konten (Umsatzerlöse, Forderungen oder Kasse (Bargeld), evtl. Umsatz- und andere Steuern).

Fertigungstiefe

Anteil der Eigenfertigung am Endprodukt. Die Fertigungstiefe gibt an, wie viel der Produktion eines Gutes (oder einer Dienstleistung) innerhalb der eigenen Unternehmung stattfindet. Sie zeigt das Verhältnis von Eigenfertigung zu fremd bezogenen Waren und Leistungen. Meist gilt, das Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe einen höheren Personalaufwand haben, da sie mehr Bearbeitungsschritte selbst durchführen, als Unternehmen mit geringerer Fertigungstiefe. Die gegensätzliche Kennziffer ist die Materialquote (hohe Materialquote = geringe Fertigungstiefe).

Finanzbuchhaltung 

Die Finanzbuchhaltung (FiBu) ist ein Teilbereich des betrieblichen Rechnungswesens. Alle unternehmensbezogenen Vorgänge, die sich in Zahlenwerten ausdrücken lassen, werden hier mit den Methoden der Buchführung sachlich und zeitlich geordnet erfasst, auf Konten gebucht und dokumentiert. Am Ende einer Rechnungsperiode (Monat, Quartal, Jahr) werden die Konten abgeschlossen und eine Bilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) erstellt, welche den Gewinn oder Verlust des Unternehmens gegenüber internen und externen Stellen nachweist. Die Finanzbuchhaltung ist für gewisse Unternehmensformen verpflichtend.

Finanzplan

Finanzplan versucht, die zukünftigen Zahlungsströme abzubilden. Der Finanzplan berücksichtigt als dynamische Rechnung alle künftigen Einzahlungen und Auszahlungen üblicherweise auf einen Zeitraum der nächsten 12 Monate. Der Finanzplan ist ein Instrument zur Kontrolle und Steuerung der Zahlungsmittel eines Unternehmens. Einzahlungen (z. B. aus Umsätzen) und Auszahlungen (z. B. für Material und Gehälter) erfolgen meist zeitversetzt, so dass mit Hilfe des Finanz- oder Liquiditätsplans versucht wird, beides aufeinander abzustimmen.

Grundsätzliche Aufgabe der Finanzplanung ist es, kostengünstige Finanzierungsinstrumente auszuwählen und gleichzeitig die künftigen Zahlungsströme so zu koordinieren, dass weder Über- noch Unterliquidität entsteht. Im Finanzplan wird z. B. dargestellt, wie der Zahlungsmittelfluss bei Investitionen von Statten gehen soll und in welchem Umfang die Kreditlinie innerhalb des Jahres und über mehrere Perioden ausgeschöpft ist.

Gemeinkosten

Nicht direkt verrechenbare Kosten in der Kostenrechnung. Kosten, die im Gegensatz zu den Einzelkosten den Kostenträgern (z. B. Produkten) nicht direkt zurechenbar sind. Gemeinkosten müssen innerhalb der Kostenrechnung über den Betriebsabrechnungsbogen den Kostenträgern zugeordnet werden. Es werden in der Betriebsabrechnung so genannte Gemeinkostenzuschlagsätze ermittelt, die in der späteren Kalkulation auf die Einzelkosten des Auftrags aufgeschlagen werden.

Gewinn- und Verlustrechnung 

Die Gewinn- und Verlustrechnung (auch Gewinn-und-Verlust-Rechnung oder Gewinnverwendungsrechnung, abgekürzt jeweils GuV oder GVR) ist neben der Bilanz ein wesentlicher Teil des Jahresabschlusses, also der externen Rechnungslegung eines Unternehmens. Sie stellt Erträge und Aufwendungen eines bestimmten Zeitraumes, insbesondere eines Geschäftsjahres, dar und weist dadurch die Art, die Höhe und die Quellen des unternehmerischen Erfolges aus. Überwiegen die Erträge, ist der Erfolg ein Gewinn, andernfalls ein Verlust.

Kalkulation

Ermittlung des Kaufpreises auf Basis Kostenträgerrechnung. Mit Hilfe der Kalkulation ermittelt ein Unternehmen die Kosten seiner Produkte, Dienstleistungen und einzelner Aufträge. Sie dient der Bestimmung eines Angebotspreises (Vorkalkulation) und der nachträglichen Ermittlung der tatsächlich entstandenen Kosten (Nachkalkulation) und zur Ermittlung des Deckungsbeitrages.

Dabei wird auf die Einzelkosten für Material und Fertigung ein Gemeinkostenzuschlag erhoben. Der Gemeinkostenzuschlag berücksichtigt die Kosten, die mehreren Dienstleistungen bzw. Aufträgen zuordenbar sind, wie Schmierstoffe oder Vertriebskosten. Den so ermittelten Herstellkosten werden anschließend weitere Zuschläge für Vertriebs- und Verwaltungskosten hinzugerechnet. Ergebnis der Kalkulation und Ausgangspunkt für den Angebotspreis sind die Selbstkosten des Produkts bzw. der Dienstleistung oder des Auftrags.

Kreditorenbuchhaltung

Die Kreditorenbuchhaltung ist eine Nebenbuchhaltung der Finanzbuchhaltung. Jeder regelmäßige Lieferant wird mit einem Kreditorenstammsatz erfasst. Jede Lieferung und jeder Rechnungseingang werden dann mit Referenz zur Stammnummer des Kreditors erfasst. Naturgemäß hat die Kreditorenbuchhaltung einen engen Bezug zum Beschaffungswesen insbesondere dem Einkauf.

Liquidität

Fähigkeit und Bereitschaft des Unternehmens, seine Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Unter Liquidität wird im Allgemeinen die Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens verstanden, jederzeit seine bestehenden Zahlungsverpflichtungen der Höhe nach und fristgerecht erfüllen zu können. Die notwendigen Mittel (liquide Mittel, flüssige Mittel), um die Verbindlichkeiten jederzeit begleichen zu können, sind die Kassenbestände und Guthaben auf den Girokonten. Um die Liquidität eines Unternehmens differenziert beurteilen zu können, werden entsprechende Kennzahlen (Liquiditätsgrade) herangezogen; man unterscheidet:

Liquidität 1. Grades, bei der die liquiden Mittel ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital (kurzfristige Verbindlichkeiten) gesetzt werden.

Die Liquidität 2. Grades in das Verhältnis aus der Summe von liquiden und kurzfristigen Forderungen zum kurzfristigen Fremdkapital. Dieses Verhältnis sollte immer über 100 % liegen. 

Bei der Liquidität 3. Grades wird das gesamte Umlaufvermögen zum kurzfristigen Fremdkapital in Bezug gesetzt.

Lohnbuchhaltung

Die Lohnbuchhaltung befasst sich mit der betrieblichen Abwicklung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Daneben obliegt ihr regelmäßig die Pflege von Personalstammdaten, die Führung der Jahreslohnkonten, die Erfüllung der gesetzlich vorgeschriebenen Meldeerfordernisse (DEÜV-Meldungen, Krankenkassen-Beitragsnachweise und die Lohnsteueranmeldung) sowie die Erstellung von DTA-Dateien und Buchungsbelegen für die Finanzbuchhaltung. Daneben befasst sie sich in kleineren Unternehmen häufig auch mit der Erstellung von Arbeitsverträgen.

Materialwirtschaft/Warenwirtschaft

Die Materialwirtschaft oder Warenwirtschaft, ein Aufgabengebiet der Betriebswirtschaftslehre und des Wirtschaftsingenieurwesens, beschäftigt sich mit der Verwaltung sowie der zeitlichen, mengenmäßigen, qualitativen und eventuell auch räumlichen Planung und Steuerung der Materialbewegungen innerhalb eines Unternehmens und zwischen dem Unternehmen und seiner Umwelt.

Operations Research (OR)

Operational research (kurz OR) bzw. Unternehmensforschung (Unternehmen im Sinne von operation) ist ein Teilgebiet der Angewandten Mathematik, das sich mit der Optimierung bestimmter Prozesse oder Verfahren beschäftigt.

Outsourcing

Auslagerung von Betriebs- oder Unternehmensteilen. Mit Outsourcing wird die Auslagerung von bestimmten Funktionen oder Unternehmensteilen und die Vergabe innerbetrieblicher Leistungserstellungsprozesse an externe Anbieter oder Dienstleister bezeichnet. Im Ergebnis sollen so Kosten gesenkt werden, was insbesondere durch Personalabbau, und Abbau von Leerzeiten bewerkstelligt werden soll. Oftmals wird auch die Konzentration auf die Kernkompetenzen als Argument für Outsourcing-Aktivitäten angeführt. Zudem sollen Spezialisten gewisse Aufgaben besser durchführen können. Ein Beispiel, das oft genannt wird, ist das IT Outsourcing.

Personalinformationssystem (Human Ressources Information Sytem - HRIS)

Ein Personalinformationssystem dient der Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Pflege, Analyse, Benutzung, Verbreitung, Disposition, Übertragung und Anzeige von Informationen, die die Personalverwaltung betreffen. Da Personalinformationssysteme heute computergestützte Informationssysteme sind, kann die Bezeichnung PIS synonym für computergestützte PIS (CPIS) verwendet werden. Der Begriff des Human Resource Information System (HRIS) wird gleichbedeutend verwendet.

Portfolio Management

Unter Portfoliomanagement versteht man die Zusammenstellung und Verwaltung eines Portfolios, d. h. eines Bestandes an Investitionen, im Sinne der mit dem Investor vereinbarten Anlagekriterien, insbesondere durch Käufe und Verkäufe mit Blick auf die erwarteten Marktentwicklungen.

Produktionsplanungs- und Steuerungssystem (PPS) 

Ein PPS-System (Produktionsplanungs- und Steuerungssystem) ist ein Computerprogramm oder ein System aus Computerprogrammen, das den Anwender bei der Produktionsplanung und -steuerung unterstützt und die damit verbundene Datenverwaltung übernimmt.

Professional Services Automation (PSA)

Professional Services Automation bezeichnet den unternehmensweite Einsatz einer Software zur Unterstützung von Prozessen. Diese Prozesse sind meist wissensbasierten Dienstleistungen.

Projektmanagementsoftware 

Projektmanagementsoftware (kurz PMS) ist Software, die den oder die Anwender beim Projektmanagement unterstützt. Grundsätzlich ist Projektmanagement auch ohne einen speziellen Softwareeinsatz möglich. Insbesondere bei einer hohen Projektkomplexität, vielen Beteiligten oder der Integration in unternehmensweite Systeme (ERP, Kostenrechnung, DMS etc.) kann Projektmanagementsoftware wertvolle Dienste leisten. Am Markt haben sich eine ganze Reihe von Anbietern von Projektmanagmentsoftware etabliert.

Rechnungswesen

Das Rechnungswesen (RW oder auch REWE, seit neustem KSK = Kaufmännische Steuerung und Kontrolle, en. auch accounting genannt, ) – im wörtlichen Sinne Rechnungslegung als Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre dient der systematischen Erfassung, Überwachung und informatorischen Verdichtung der durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehenden Geld- und Leistungsströme.

Transaktionskosten

Transaktionskosten sind diejenigen Kosten, die durch die Benutzung des Marktes (market transaction costs), also im Zusammenhang mit der Transaktion von Verfügungsrechten (z. B. Kauf, Verkauf, Miete), oder einer innerbetrieblichen Hierarchie (managerial transaction costs) entstehen. Die Transaktionskostentheorie besagt, dass bei jeder Transaktion auch Transaktionskosten entstehen. Die Transaktionskostentheorie ist ein elementarer Bestandteil der Neuen Institutionenökonomik.

Unternehmenssoftware 

Unternehmenssoftware ist ein aus dem englischen übernommener, insbesondere für Marketingzwecke verwendeter Begriff (Business Software) mit wechselnder, unscharfer Bedeutung. Allgemein ist Unternehmenssoftware jede Art von Anwendungssoftware, die in Unternehmen oder anderen Organisationen im Einsatz ist. Teilweise wird verallgemeinernd Unternehmenssoftware für betriebswirtschaftliche Software gesagt. Das Gegenteil von Unternehmenssoftware ist Software für den Privatbereich. Eine scharfe Trennung ist nicht möglich, weil z. B. die großen Büroanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbanken sowohl privat als auch geschäftlich genutzt werden.

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